Forum Apostelkirche - Raum der Begegnung

Einen Raum der Begegnung und des Austausches schuf das Architekturbüro Axel und Ulrike Schulschenk unter Mitarbeit von Alexandra Hartwich 2009 mit dem Neubau des Forums der Apostelkirche. Mit einer klaren städtebaulichen, architektonischen und funktionalen Idee entschieden die Essener (Innen)- Architekten den von der evangelischen Kirchengemeinde ausgelobten Wettbewerb für sich. …

Die Gebäude Apostelkirche und Notkirche/Kunstraum zu verbinden und somit ein Forum zu schaffen, das Begegnung und Austausch ermöglicht, war das Hauptanliegen der Kirchengemeinde. Architektur als Bindeglied – selbstbewusst, aber nicht dominant. Das Büro überzeugte mit einem gläsernen Forum, das sich gestalterisch zurücknimmt, die verschiedenen Formen der beiden Kirchen respektiert und sie dennoch ohne konkurrierende Formensprache verbindet. Städtebaulich fügt sich der neue Baukörper präsent, aber unaufdringlich in die von der Notkirche vorgegebene Bauflucht zur Mülheimer Straße ein. Er besetzt damit eine prominente Stelle des Kirchvorplatzes, welche die Eingangssituation in die Kirche neu organisiert und gleichzeitig das Schaufenster der Gemeinde in den Stadtteil bildet.

 Auch funktional entsprach der Entwurf den Wünschen der Auftraggeber: „Die Zugänge in die Kirchen können aufgrund der klaren Orientierung sofort erfasst werden. Die Forumsfläche (150 qm) bietet genügend Raum vor und nach größeren Veranstaltungen. Ungestört davon eröffnet sich der Café-Bereich mit einer Glasfassade, die Ein- und Ausblicke erlaubt.“ Die Nebenräume haben die Architekten bewusst an den Rand des Forums gerückt. Dadurch kann der freigestellte Zwischenraum auf der Rückseite mit einer Terrasse nutzbar gemacht werden. Hier können Besucher geschützt im Freien sitzen und arbeiten.

Forum und Vorplatz wurden über gleiche Bodenmaterialien gestalterisch miteinander verbunden. Außen- und Innenraum werden zusammengefasst. Das passt auch sinnbildlich zum Leitbild der offenen Kirchengemeinde Frohnhausen.
Auszug aus dem CUBE-Magazin für Architektur, Ausgabe 01 | 11

Die Einweihung des Forums erfolgte mit dem gleichzeitigen 60jährigen Jubiläum der Notkirche am 31. Oktober 2009. Heute bildet das Forum mit seinem Kulturcafé den Eingang zu einer „Verlässlich Offenen Kirche“. Das Apostelzentrum ist somit von Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag von 10 bis 13 Uhr geöffnet.

„Wenn ich einen Traum von der Kirche habe, so ist es der Traum von den offenen Türen gerade für die Fremden, die anders sprechen, essen, riechen. Mein Haus wünsche ich mir nicht als einen für andere unbetretbare Festung, sondern mit vielen Türen. Heimat, die wir nur für uns selber besitzen, macht uns eng und muffig. Jeder Gast bringt etwas mit ins Haus, das wir selber nicht haben. Heimat und Exil gehören zusammen, weil wir ganz zu Hause auch im schönsten Haus nicht sind.“
Dorothee Sölle (aus: Mutanfälle, 1993)

 

Fotos © Jörg Hempel