Trauergottesdienste in der Apostelkirche und Markuskirche




Der Tod ist unberechenbar. Manchmal kündigt er sich lange an. Manchmal kommt er völlig überraschend. Wenn er da ist, bringt er alles durcheinander. Innerlich wühlt er alles auf, aber auch äußerlich wirft er viele Fragen auf. Vielleicht kann dieser Beitrag helfen, einige Dinge bewusst zu machen und zu regeln.

Wenn der Tod abzusehen ist

Manchmal zeichnet sich das Sterben eines Menschen schon längere Zeit ab. Es ist gut, das Thema Sterben und Tod dann nicht wegzuschieben. Vielleicht wünschen Sie den Besuch eines Pfarrers oder Pfarrerin? Jederzeit kann jemand zum Gespräch, zu Gebet und Segnung oder zu einer Abendmahlsfeier zu Ihnen ins Haus kommen. Ein kurzer Anruf bei Ihrem Pfarrer oder Pfarrerin genügt.

Die Beerdigung

Glieder der Kirche haben Anspruch auf ein christliches Begräbnis. Bei der Vorbereitung gibt es vieles zu überlegen. Welchen Sarg? Sollen Blumen auf dem Sarg liegen oder lieber nicht? Und welches Grab? Wie weit haben es die Angehörigen? Wann ist auf dem Friedhof ein Termin frei? Und wann geht es beim Pfarrer oder der Pfarrerin? Und so weiter. Bei all diesen Fragen hilft Ihnen gerne der Bestatter. Bitte beachten Sie, dass der Beerdigungstermin zwischen Ihnen, dem Bestatter und dem zuständigen Pfarrer abgestimmt werden muss.

Das Trauergespräch

Wichtig ist das seelsorgerliche Gespräch zwischen den Angehörigen und dem Pfarrer oder Pfarrerin vor der Beerdigung. Hier ist auch die Möglichkeit, die Gestaltung der Beerdigung gemeinsam zu besprechen. Die Predigt wollen wir persönlich gestalten. Deshalb ist es für den Pfarrer oder die Pfarrerin wichtig, dass er  oder sie auch etwas vom Leben des Verstorbenen erfährt. Ein vorab verfasster Lebenslauf kann dabei eine Hilfe sein.

Wenn der Verstorbene nicht der Kirche angehörte...

...findet kein kirchliches Begräbnis statt. Hier gilt es, die Einstellung des Verstorbenen zum Glauben und zur Gemeinschaft in der Kirche zu respektieren. Dennoch kann es sein, dass die Angehörigen anlässlich der Beerdigung einen Gottesdienst wünschen. Ein solcher Gottesdienst kann vor oder nach der Beerdigung in unserer Kirche stattfinden.
Manchmal erfahren die Betroffenen erst beim Tod eines Angehörigen, dass dieser nicht der Kirche angehörte. Ein rechtzeitiges Gespräch in der Familie und gegebenenfalls mit einem Pfarrer kann hier spätere Unstimmigkeiten vermeiden.

Der Gottesdienst: wann?

Für den seelischen Umgang mit dem eingetretenen Tod spielt der Zeitpunkt der Beerdigungsfeier eine große Rolle. Auch wenn die Bewältigung des Todes noch lange dauert, so schließt die gemeinsame Feier etwas ab. Es ist wichtig, dass eine solche stattfindet.
Besonders bei Einäscherungen stellt sich dann die Frage, ob die Feier vor oder nach der Verbrennung liegen soll. Beides ist möglich. Die Erfahrung zeigt aber, dass eine Feier vor der Verbrennung sinnvoller ist. Der Sarg ist noch da. Der Eindruck des Todes ist noch unmittelbarer. Auch wenn es für die Verwandten oft einfacher ist, die Beerdigung längerfristig planen zu können, sollte die Trauerfeier sein, bevor die Einäscherung stattfindet.
Selbstverständlich geht auch nach dem Eintreffen der Urne gerne noch einmal ein Pfarrer oder eine Pfarrerin mit und begleitet Sie mit Gebet und Segen auf dem Gang zum Urnengrab.

 



Der Gottesdienst: wo?

Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Grundsätzlich kann die Beerdigungsfeier in der Kirche oder in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof stattfinden.
Feierlicher und würdevoller ist der Gottesdienst in der Kirche. Hier findet sich genügend Zeit zum Abschiednehmen. Die Kirche ist auch der Ort, an dem sich jede Woche Christen und Christinnen im Vertrauen auf Gott versammeln. Warum dann gerade angesichts des Todes nicht? Und nicht zuletzt ist hier eine schönere kirchenmusikalische Gestaltung möglich.
Grundsätzlich ist aber gegen eine Feier in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof nichts einzuwenden.

Der Gottesdienst: wie?

Im Mittelpunkt stehen Musik, Lied und Gebet, Bibellesung, Predigt und Segen. Bei der Auswahl der biblischen Stücke und der Lieder können Sie gerne mitwirken. Gibt es einen bestimmten Psalm, der gebetet werden soll? Ist der Konfirmationsspruch des Verstorbenen bekannt?
Und schließlich: Gibt es ein Lied aus dem Gesangbuch, das Sie bei der Beerdigung gerne singen wollen? Oder wünschen Sie einen Sologesang? Bitte sprechen Sie diese Fragen mit dem zuständigen Pfarrer oder Pfarrerin ab.

Die anderen

Zur Beerdigung kommen neben den Angehörigen gerne auch andere. Bestimmt gibt es welche, die einfach nur schauen wollen. Aber viele haben doch auch ihre Geschichte mit dem Verstorbenen. Da sind die Nachbarn und die ehemaligen Kollegen. Da sind Bekannte und Freunde.
Auch sie sind oft sehr betroffen und wollen Abschied nehmen. Es ist wichtig, ihnen das zu ermöglichen.

...bitten wir höflichst, Abstand zu nehmen...

So steht es oft in den Zeitungsanzeigen. Diese Worte wollen sagen, dass sich jemand überfordert sieht, dass er oder sie nicht weiß, wie die Worte am Grab durchzustehen sind.
Zu bedenken ist auf der anderen Seite, dass diese Worte isolieren. Wer sie in der Zeitung gelesen hat, wird sich wahrscheinlich auch später fernhalten in der Annahme, die Hinterbliebenen wollen lieber nicht angesprochen werden. Dabei kann es so gut tun, die Worte der anderen zu hören und ihre Anteilnahme zu spüren.

Nachfeier im Trauercafé

Soweit Sie es wünschen, bieten wir Ihnen und den Angehörigen nach einer Trauerfeier ein Trauercafé bei Kaffee, Kuchen und belegten Brötchen, wenn Sie es wünschen auch eine heiße Suppe,  in unseren Räumlichkeiten an. Es tut gut zusammen zu bleiben und Erinnerungen auszutauschen und nochmals lebendig werden zu lassen.

Fürbitte für die Verstorbenen

Am Sonntag, welcher der Beerdigung folgt, werden die Todesfälle in all unseren Gottesdiensten der Gemeinde bekannt gegeben. Anschließend gedenkt die Gemeinde für bittend ihrer Verstorbenen. Als Angehörige sind Sie zu diesem Gottesdienst herzlich eingeladen.
Und schließlich wird am letzten Sonntag des Kirchenjahres (Totensonntag oder Ewigkeitssonntag) aller Verstorbenen des zurückliegenden Jahres noch einmal in einem Gottesdienst gedacht. Dazu werden die Angehörigen schriftlich eingeladen.

Trauerbegleitung?

Wenn Sie für sich oder Ihre Angehörigen Trauerbegleitung wünschen,
können wir Ihnen die Beratungsstelle T.A.B.U. empfehlen. Zu erreichen ist sie unter www.tabu-team.de oder die Anschrift lautet: T.A.B.U. & TRAUART:
Goethestraße 1 in 45128  Essen, Telefon 0201/ 32 87 77 oder 0201/ 32 72 57     


Zu Lebzeiten selbst bestimmen

Vielleicht haben Sie für den Fall Ihres Todes bereits Anordnungen getroffen. Die Angehörigen können dadurch entlastet werden. Diese Möglichkeit besteht auch für die kirchliche Trauerfeier. Über welches Bibelwort soll bei Ihrer Beerdigung gepredigt werden? Und welches Gesangbuchlied soll gesungen werden? Wenn Sie mit Ihren Angehörigen nicht darüber gesprochen haben, dann sollten diese zumindest wissen, wo Ihre Aufzeichnungen zu finden sind.

Kosten für die Nutzung der kirchlichen Räume

Für die Nutzung der Trauerräume der Kirche werden 130 € berechnet.
Das Kaffeegedeck mit Kaffee, Brötchen und Kuchen wird mit 10 €, mit Suppe zuzüglich mit 4 € berechnet.

 

Fotos © Kirchengemeinde