Auszüge aus der Konzeption unserer Einrichtung

Gliederung der Konzeption

1. Begründung für die Erarbeitung einer Konzeption

2. Leitgedanken für unsere pädagogische Arbeit

3. Brief an unsere Kinder

4. Unser Auftrag

5. Rahmenbedingungen der Einrichtung

6. Unsere Ziele

7. Inhaltliche Einzelfragen

1. Begründung für die Erarbeitung einer Konzeption

Die Konzeption ist die Basis für die Zusammenarbeit der Mitarbeitenden untereinander, die Zusammenarbeit mit den Eltern und dem Träger. Sie ist die gemeinsame Arbeitsgrundlage, die Ziele und Aufgaben beschreibt. Die Konzeption gewährleistet Sicherheit für die Überprüfung der geleisteten Arbeit und ist Grundlage für die weitere Qualitätsentwicklung.

 

2. Leitgedanken für unsere pädagogischen Arbeit

Wie köstlich ist deine Güte Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben.    Psalm 36,8

 

Jedes Kind ist ein Geschenk Gottes.

Kinder bereichern uns jeden Tag. Sie sind lebendig und fordern uns heraus. Sie nehmen uns an die Hand, um ein Stück Weg miteinander zu gehen.

Wir begegnen jedem Kind mit Dankbarkeit, Freude und Wertschätzung.

Wir sind für die Kinder da, damit sie Geborgenheit und Vertrauen erfahren.

Wir achten die Persönlichkeit eines jeden Kindes.

Wir lassen den Kindern Raum und Zeit für ihre individuelle Entwicklung.

Wir bieten den Kleinsten und Jüngsten Platz in unserer Gemeinde.

Es ist uns ein Anliegen, einen Ort des Miteinanders von Menschen unterschiedlicher Kulturen, unterschiedlichem Alter und Hintergrund zu bieten.

 

3. Brief an unsere Kinder

Liebes Kita-Kind,

wir freuen uns, dass du zu uns in die Kindertageseinrichtung kommst. Sicherlich bist du neugierig und gespannt, was du alles erleben wirst.

Erste Schritte gehst du alleine, sammelst ohne deine Eltern vielfältige Erfahrungen; deshalb müssen wir ihnen viel erzählen, einiges von dir aufschreiben und in Dokumentationen festhalten.

Dabei wirst du uns eine große Hilfe sein. Du wirst spielen, malen, matschen, singen, tanzen, musizieren, erzählen, dich bewegen, forschen und entdecken, zuhören, fröhlich und traurig sein, dein Lachen wird uns erfreuen und deine Tränen werden wir trocknen, du wirst Geschichten erfinden und Rollenspiele mit uns gestalten, über Gott und die Welt reden, Feste feiern, Gottesdienste besuchen, Ausflüge machen, Projekte gestalten, Freunde und Freundinnen haben und einen festen Platz in deiner Gruppe und in der Kita finden.

Du wirst mit all diesen Vorhaben wachsen und groß werden. Wir werden dich ein Stück auf deinem Lebensweg begleiten und gemeinsam viel Neues lernen.

Wir freuen uns auf dich!

Deine Erzieher/innen

 

 

4. Unser Auftrag

Gesetzliche Grundlagen

Seit dem 01.08.2008 besteht das Kinderbildungsgesetz, kurz KiBiz genannt (Gesetzt zur frühen Bildung und Förderung von Kindern in NRW). Es bildet die Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen Träger, Eltern und Mitarbeitenden.


Auftrag des Trägers

Unsere Einrichtung befindet sich in evangelischer Trägerschaft des Diakoniewerkes Essen, gemeinnützige Gesellschaft für Kindertageseinrichtungen mbH.

Der Auftrag orientiert sich an der Verfassung der Landeskirche im Rheinland.

 

 

5. Rahmenbedingungen der Einrichtung

Sozialraumbezug

Frohnhausen ist der bevölkerungsdichteste Stadtteil der Stadt Essen. Hier leben zur Zeit ca. 31.150 Einwohner/innen.

Die Kita und FZ liegen in einem vorwiegend gewachsenen Wohngebiet. Begrünt ist dieser Teil durch die in ihm liegende Schrebergartenanlage.

Profil der Einrichtung

Die Einrichtung besteht seit dem Jahr 1962, zunächst als Kindergarten, dann als Kindertagesstätte. Heute sind wir ein zertifiziertes Familienzentrum in NRW. In unseren 5 Gruppen werden 95 Kinder im Alter von vier Monaten bis zu sechs Jahren betreut. 

Die Kita ist zwischen 7.00 Uhr und 16.30 Uhr geöffnet. Die Eltern können zwischen zwei Bereuungszeiten wählen (35 und 45 Stunden).

 

Räumliche Gegebenheiten und Außengelände

Den Kindern, Eltern und dem Team stehen fünf Gruppen- und Nebenräume, ein Bewegungsraum, ein großer Kreativraum, Ruhräume, eine Küche, ein Teamraum, ein Elterntreff und Elterncafé...zur Verfügung. 

Das Außengelände ist groß und bietet den Kindern vielfältige Möglichkeiten der Bewegung und des Rückzuges.

 

 

6. Unsere Ziele

Einführung:

In unserer Arbeit stehen Bildung, Erziehung und Betreuung im Mittelpunkt. Unsere Einrichtung soll Lebensraum sein, in dem sich Kinder und Familien aufgehoben fühlen und Begegnungen vielfältiger Art stattfinden können.

Im Gruppenalltag finden die Kinder ihre eigene Identität im Zusammenleben mit anderen, sie begegnen fremden Kulturen und lernen voneinander.

Die Kinder bekommen Zeit zum Denken, Diskutieren und Philosophieren. Sie sind kreativ im künstlerischen und musischen Bereich. Sie bewegen sich viel und essen gesund. Die Kinder lernen mit der Schöpfung verantwortlich umzugehen.

 

Projektarbeit

Ein Schwerpunkt ist bei uns die Projektarbeit.

Wir hören den Kindern intensiv zu und geben ihnen keine Themen vor, sondern nehmen ihre Fragen auf und entwickeln daraus gemeinsam Projekte, die manchmal nur kurze Zeit dauern oder über einen längeren Zeitraum verfolgt werden.

Die Mitarbeitenden beobachten die Kinder, reflektieren im Team und sind den Kindern Entwicklungsbegleiter/innen.

Sie fördern Bildungsprozesse, ohne diesen vorzugreifen, weil sie den Kinderfragen nachgehen und diesen Raum geben.

Sie setzten Impulse, wenn es nötig ist und stellen den Kindern Materialien zum Forschen und Entdecken bereit.

Wir verstehen den Raum als dritten Erzieher, als Ort der Begegnung der Kinder untereinander und Kindern und Erwachsenen.

 

Gesunde Ernährung und unsere Gruppe "Flinke Füße"

Familienbildung beginnt mit einer seelischen, geistigen und altersgemäßen Entwicklung der Kinder.

Ein wichtiges Ziel ist die gesunde Ernährung der Kinder. Durch ein ausgewogenes, überwiegend biologisches Frühstücksbüfett starten die Kinder fit in den Tag. Das  Mittagessen wird von einem Bio-Catering angliefert, ein Biobauer bereichert unser Angebot für das Büfett und für den Imbiss mit der Lieferung von Gemüse, Obst und Eiern, außerdem bauen die Kinder mit Unterstützung der Erzieher/innen Gemüse, Salat und Kartoffeln... in den Kita - Beeten an. 

Bewegung

Qualitätsvolle Ernährung und Bewegung sind die Grundlage für ein gesundes Leben. Wer sich so ernährt, dem fällt es leichter zu laufen, zu springen, zu turnen und zu klettern.

Wir wissen heute, Lernen hat auch mit Bewegung zu tun. Wer gut rückwärts laufen kann, dem fällt das Rechnen leichter.

Deshalb bekommen unsere Kinder viele Angebote, die Bewegungsanreize und Bewegungsmöglichkeiten bieten.

 

Musikalische Früherziehung

Erfahrungen im Bereich der Musik sollen die Kinder täglich sammeln. Die Erzieher/innen singen mit den Kindern, spielen mit ihnen Singspiele oder gestalten kleine Klanggeschichten. Die Kinder entwickeln und stärken ihre Sinne. Sie lernen Töne zu hören und zu unterscheiden.

Zusätzlich haben die Kinder die Möglichkeit, ein Angebot durch einen Musikpädagogen zu nutzen.

 

Freies Gestalten und Basteln

Dieser Bereich hat einen sehr großen Stellenwert in unserer Kita.

Kleine Hände schaffen mit Papier, Pappe, Ton, Knete, Holz oder Farben fantastische Wirklichkeiten. Wenn Feen, Drachen, Gespenster und Ungeheuer Gestalt annehmen, hilft es den Kindern Ängste abzubauen.

Zur Kreativität gehören Wagnis, Mut und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Deshalb ist es wichtig, die Kinder immer wieder zu ermutigen, sich mit Farben und Materialien auszuprobieren, so dass sich das eigene Selbstwertgefühl festigen kann.

Originelle Unikate entstehen nur durch freies Arbeiten.

 

Kita mit Kulturprofil

In unserer Gemeinde gibt es den öffentlichen "Kunstraum Notkirche" an der Mülheimer Straße. Es finden dort jährlich vier Ausstellungen zeitgenössischer Kunst statt.

Das offene Angebot im Stadtteil nutzen wir mit den Kindern und Eltern über den zuständigen Pfarrer und Kurator seit über zehn Jahren. Wir besuchen Ausstellungen und haben dort Kontakte mit den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern. 

Im Jahr 2011 wurde unsere Kita mit dem NRW Preis "Kultur prägt!" ausgezeichnet.

 

Religiöse Erziehung

Zu unserem religiösen Selbstverständnis gehört es, Kinder an die Hand zu nehmen, ihnen Geborgenheit und Vertrauen zu vermitteln.

Kinder brauchen Zuwendung, Orientierung und Wertschätzung. Sie suchen einen festen Platz in der Schöpfung und brauchen Raum und Zeit zum Kindssein.

Kinder stellen Fragen nach dem Woher und Wohin. Sie wollen begleitet werden und brauchen Rituale und Geschichten, in denen sie die Zusage Gottes erfahren, dass sie wichtig sind.

 

Sprachförderung

Die Kinder sprechen, singen, erzählen und reimen in vielen Situationen des Tagesablaufes.

Im Konzept der Einrichtung hat die Sprachförderung einen fetsen Platz. Sie findet in allen Alltagsbegebenheiten der Kinder statt.

In den Gruppen stehen den Kindern Bilderbücher, Vorlesebücher und eingerichtete Schreibecken zur Verfügung. Die Erzieher/innen lesen ihnen vor, regen sie an zu erzählen, geben ihnen Gelegenheiten Wortspiele zu erfinden, zu reimen und viel zu singen.

Kinder mit Migrationshintergrund werden besonders unterstützt.

 

Forscher- und Entdeckerkinder

Unsere Forscher- und Entdeckerkinder begründen sich in der Reggio-Pädagogik. Hier wird den Kindern viel Raum und Zeit gegeben, ihrem Forschungs- und Entdeckungsdrang nachzugehen.

Sie werden ermutigt und unterstützt, ihre Kreativität in diesem wichtigen Bereich zu leben. Sie dürfen, können und werden so "sprudelnde Quellen" für sich und ihre Umgebung sein. Das Auge soll sehen, das Ohr soll hören und der Geist soll wach sein.

 

Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung

Die Kindertageseinrichtungen haben einen eigenständigen Bildungsauftrag.

Die gesamte Zeit, die ein Kind in einer Kita verbringt, ist die Zeit vor der Schule. Von daher findet "Vorschulerziehung" in der gesamten Kita-Zeit statt. Trotzdem liegt ein besonderes Augenmerk auf den "Großen" in der Einrichtung. Sie fordern uns Erwachsene anders heraus. Sie brauchen nach ihren persönlichen Bedürfnissen, Kentnissen und Erfahrungswerten, Zuwendung und alltersgerechte Förderung.

Das Team

Alle Mitarbeitenden haben einen festen Platz im Team.

In Tageseinrichtungen für Kinder arbeiten Mitarbeiterinnen unterschiedlichen Alters, Ausbildungen, Begabungen, Berufserfahrungen und persönlichen Einstellungen. Diese Vielfalt bereichert unsere Arbeit.

Die Eltern

Die Zusammenarbeit mit Eltern baut sich auf Partnerschaft und Vertrauen auf.

Tageseinrichtungen für Kinder leisten in Zusammenarbeit mit Eltern Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsarbeit. Die Erziehung in der Familie wird somit unterstützt, erweitert und ergänzt.

Um den Weg zu diesen Zielen zu finden, müssen die Bedarfslagen der Familien bekannt sein. Diese werden regelmäßig im Familienzentrum erfragt und evaluiert.

 

Der Träger

Mit dem Betrieb einer Tageseinrichtung für Kinder steht der Träger in der Verantwortung, gesellschaftliche Veränderungen und Auswirkungen auf Kinder und Familie zu berücksichtigen.

Wir gehören als Einrichtung dem Evangelischen Kindertagesstättenverband Essen-West und Rüttenscheid an.

Der Träger hat die Verantwortung und die Aufgabe der Betriebsführung. Im Rahmen seiner Gesamtverantwortung deligiert er an die Leitung und die Mitarbeiterinnen einen Teil der Aufgaben, die er in dem mit den Eltern abgeschlossenen Betreuungsvertrag übernommen hat.

Im Kitabeirat (Eltern, Träger und Mitarbeiter/innen) soll vertrauenswürdig zusammen gearbeitet werden.

 

7. Inhaltliche Einzelfragen

Regeln in der Einrichtung

In der Stadtteilinitiative "Fair in Frohnhausen" haben mehrere Institutionen ein Regelwerk erarbeitet, in dem das Zusammenleben und der Umgang in Gruppen beschrieben werden.

Miteinander leben, Gespräche führen und Verantwortung tragen sind die Oberbegriffe.

Die Inhalte, die damit verbunden sind, sollen auch in unserer Kita zum Tragen kommen.

Einige Beispiele:

Ich gehe höflich mit anderen um!

Ich löse Streit mit Worten!

Ich bin verantwortlich für mein Spiel, meine Arbeit, mein Tun und störe niemanden bei seinem Tun!

 

 

Die gesamte Konzeption ist bei uns in der Kita und FZ erhältlich!